Jubiläumsbuch

Partnerschaft West Lothian Council – Hochsauerlandkreis wird 40 Jahre alt

von Dr. Karl Schneider, Landrat Hochsauerlandkreis

Dr. Karl SchneiderDie Partnerschaft zwischen dem Hochsauerlandkreis und West Lothian ist seit 40 Jahren eine lebendige Brücke für die Bevölkerung in den beiden Kreisen. Es gab viele Motoren dieser Partner­schaft auf deutscher und auf schottischer Seite, die es geschafft haben, die Menschen beider Kreise zusammen zu führen. Sie ergriffen viele Initiativen insbesondere in den Bereichen Jugendpfege, Sport und Kultur. Dafür an dieser Stelle meinen herzlichen Dank.

Begründet wurde die Partnerschaft 1972 zunächst zwischen dem Kreis Arnsberg und dem County of West Lothian, später nach Gebietsreformen auf beiden Seiten zwischen den Rechts­nachfolgern Hochsauerlandkreis und dem District West Lothian. Getragen wird die Freundschaft heute besonders von den Partnerschaftsvereinigungen West Lothian – Hochsauerlandkreis hier und der Twinning Association in Schottland, die mit engagierten Mitgliedern die jährlichen Besuche organisieren und intensive Freundschaften pfegen – so wie es sich die Gründer vor 40 Jahren gewünscht haben.

Rückblickend ist die Partnerschaft eine praktizierte Völkerverständigung, aus der viele persönliche Freundschaften entstanden sind und zweifelsohne noch entstehen werden. Menschen aller Alters­gruppen haben die Partnerschaft genutzt, um Land und Leute in Schottland bzw. im Sauerland kennen zu lernen. Sie haben stets herzliche Gastgeber gefunden und die Rundreisen hinterließen unvergessliche Eindrücke und waren für viele Anlass für erneute Besuche bei den Freunden.

Ich bin mir sicher, dass diese gelebte Freundschaft auch in den kommenden Jahrzehnten Bestand haben wird. Der Hochsauerlandkreis wird seinen Teil dazu gern beisteuern. Gemeinsam wird es uns gelingen, immer wieder neue Motoren für diese erfolgreiche Partnerschaft durch die beiden sehr aktiven Partnerschaftsvereinigungen zu gewinnen.


Lang lebe die Partnerschaft

von Tom Kerr, Landrat West Lothian Council

Tom KerrDie partnerschaftliche Beziehung zwischen dem West Lothian Council und dem Hochsauer­land ist eine der erfolgreichsten Verbindungen zwischen zwei Behörden.

Ich gratuliere allen, die mit eingebunden sind, dem Council wie auch der Twinning Association zur Erhaltung dieser Partnerschaft.

Es war mir eine Freude, in den letzten 20 Jahren als Ratsmitglied in West Lothian wie auch die letzten 5 Jahre als Landrat Teil dieser Beziehung gewesen zu sein.

Sie hat Beziehungen zwischen dem Hochsauerland und West Lothian genährt und ich bin sicher, dass diese noch über viele Jahre hinweg wachsen und aufrecht erhalten werden.

Lang lebe die Partnerschaft!


Eine Zeit der Verständigung und Freundschaft

von Erhard Schäfer, 1. Vorsitzender der Partnerschaftsvereinigung West Lothian – Hochsauerlandkreis e. V.

Erhard SchäferBegegnungen zu schaffen, Menschen einander näher zu bringen, das ist das Ziel unserer Partnerschaft.1972 beschlossen der District of West Lothian und der Kreis Arnsberg eine Partnerschaft ein­zugehen. Diese 40 Jahre der Partnerschaft sind getragen von Freundschaft und Partnerschaft zwischen Menschen deutscher und schottischer Herkunft, zwischen West Lothian und dem Hochsauerlandkreis. Was uns heute wie eine Selbstverständlichkeit vorkommt, war seinerzeit ein Schritt ins Neuland.

Worum ging es den Gründervätern unserer Partnerschaft? Ich zitiere aus der Gründungsurkunde:

  • Freundschaftliche Beziehungen zueinander anzuknüpfen und zu unterhalten.
  • Sich um gegenseitiges Verständnis und um Achtung voreinander zu bemühen.
  • Jugend- und Erwachseneneinrichtungen, Clubs, Vereine und die gesamte Bevölkerung der beiden Kreise zu ermutigen, miteinander in Verbindung zu treten, sich gegenseitig zu besu­chen, um damit gemeinsame menschliche und kulturelle Beziehungen zu entwickeln und für alle Zukunft ein festes Fundament der Achtung und Freundschaft zwischen der Bevölkerung der Kreise West Lothian und dem Hochsauerlandkreis zu legen.

Unser früherer Bundespräsident Richard von Weizsäcker hat gesagt: „Freundschaft lässt sich nicht befehlen – sie muss wachsen“. Partnerschaft heißt, Urteile und Meinungen der anderen zu hören und sie auch dort anzunehmen, wo sie mit eigenen Wertungen nicht übereinstimmen. Sie hat die Begegnungen zwischen den Bürger innen und Bürgern unserer Kreise gefördert. Viele Aktivitäten in den vergangenen 40 Jahren sind Zeichen dafür.
Und wir haben viel dabei erfahren:

  • Wo Begegnung ist, wächst Verständnis.
  • Wo Verständnis ist, wächst Freundschaft.
  • Wo Freundschaft ist, bleibt Frieden.

Ich wünsche der Partnerschaft zwischen dem Council West Lothian und dem Hochsauerland­kreis, dass die nächsten Jahre ebenso spannend und erfolgreich werden, wie es die vergangenen Jahre waren.


40 Jahre der Partnerschaft

John McGintyvon John McGinty, Ratsvorsitzender West Lothian Council

/>Die partnerschaftliche Verbindung zwischen West Lothian und dem Hochsauerland ist über die Jahre stärker geworden und es entstanden in dieser Zeit viele Freundschaften.

Als neuer Vorsitzender des West Lothian Councils wünsche ich der Partnerschaft auch weiterhin Erfolg und freue mich sehr darauf, die Delegation aus dem Hochsauerland im September zu treffen, wenn wir das 40­jährige Jubiläum der Partnerschaft zwischen unseren beiden Kreisen begehen.


Freundschaft

von Graham Hope, Oberkreisdirektor West Lothian Council

Graham HopeSeit meinem Amtsantritt im Oktober 2010 als Oberkreisdirektor im West Lothian Council ist mir bewusst geworden, dass die Verbindung zwischen unseren beiden Kreisen sehr erfolgreich ist und ich freue mich über die Möglichkeit, auf den bedeutungsvollen Errungenschaften der letzten 40 Jahre aufbauen zu können.

Allein in diesem Jahr werden etwa 600 Personen aller Altersgruppen aus beiden Kreisen an einem Austausch zwischen unseren beiden Ländern teilnehmen. Durch einen Austausch wird nicht nur ein besseres Verständnis beider Kulturen gefördert, ein solcher führt häufig auch zu anhaltenden und festen Freundschaften.

Letztes Jahr hatte ich das Glück, einige Mitglieder der Partnerschaftsvereinigung während ihres Schottlandbesuches 2011 zu treffen, und ich freue mich darauf, diese und andere Mitglieder der offziellen Delegation in diesem besonderen Jubiläumsjahr in West Lothian erneut zu begrüßen.

Ich wünsche der Partnerschaft auch in Zukunft viel Erfolg.


Gegenseitige Partnerschaftsbesuche zwischen HSK und West Lothian

von Liz Liddell, Vorsitzende der West Lothian Twinning Association

Liz LiddellSeit unserem Beitritt zur Twinning Association vor 30 Jahren haben mein Mann Dennis und ich im Rahmen der Partnerschaft den HSK oft besucht – zunächst als Teil der Gruppe mit unseren Töchtern Rachael und Rhona in den 80ern und 90ern, später als Gruppenleiter, nach meiner Ernennung zur Vorsitzenden der West Lothian Twinning im Jahre 2002.

Wir in der Twinning Association haben viele gute Erinnerungen an die Besuche der Partner­schaftsvereinigung aus dem HSK in West Lothian. In den letzten 40 Jahren haben wir viele Gruppenausfüge in diverse Teile von Schottland gemacht, u.a. nach St Andrews’s, Perth, Glasgow, Stirling, die Trossachs, Falkirk, Edinburgh und in das schottische Parlament, die Borders, ferner Segelausfüge auf dem Loch Lomond und dem Forth, Besuche in Museen und Whiskey­brennereien, Strandspaziergänge in Ayr, North Berwick und Dunbar, Barbecues in Beecraigs und Laetare in Linlithgow sowie gemütliche Abende mit schottischer und deutscher Musik erlebt… die Liste geht noch weiter.

Die Besuche der West Lothian Twinning Association im HSK sind immer eine Freude. Wir haben schon so viele verschiedene Orte besichtigt und Events erlebt! Dazu zählen Langscheid, Sundern, Meschede, Arnsberg, die Rodelbahn in Winterberg, das Jägerfest in Neheim bzw. das Kreisschützenfest in Brilon, die Besichtigung von Worbis und Weimar direkt nach dem Mauerfall, Barbecues in den Wäldern, Konzerte und viele musikalische Abende. Ganz zu schweigen von Düsseldorf, Köln, Dortmund, Münster und dem Segeln auf dem Möhnesee. Und wieder könnte die Liste noch fortgeführt werden.

Nichtsdestotrotz ist der wichtigste Aspekt der Beziehung zwischen unseren beiden Organisationen die Bereitschaft und Hingabe ihrer Mit­glieder. Die Freunde, die wir gewonnen haben, die Wärme, Freundschaft und Großzügigkeit, die uns entgegengebracht wurde – nur dadurch funktioniert die Partnerschaft. Bei der Grün­dung der Partnerschaft 1972 hätte es sich sicher niemand vorstellen können, wie erfolgreich diese werden würde. Tausende Menschen, überwiegend Jugendliche, hatten die Möglichkeit, für sich selbst die unterschiedlichen und reichen Kulturen beider Länder zu erleben. Ich bin überzeugt, dass die Partnerschaft auch in den kommenden Jahren wachsen und gedeihen wird.


Gründungsgeschichten

von Wilfried Gundel

Im Juli 1971 unternahm der Leiter der Kreisvolkshochschule, Willi Odenthal, eine Urlaubsreise nach Schottland. Diese ihn sehr beeindruckende Fahrt in den Norden „der Insel“ führte ihn auch nach West Lothian, da dort eine „neue Region“ entstanden war mit Livingston als einer Stadt aus der Retorte in einer zum wirtschaftlichen Wachstum auser­korenen Region. Willi Odenthal knüpfte dort erste Kontakte mit Offziellen aus der regionalen Verwaltung. Dank einer Panne: Er war mit dem Wohnwagen unterwegs und hatte einen Motorschaden. Da ging er zur Kreisverwaltung in Livingston und klopfte beim Kulturamt an. Von dort aus ist ihm geholfen worden. So sprang der Motor wieder an – und auch der für die Partnerschaft.

24. August 1972, Arnsberg – Gründung der Partnerschaft

24. August 1972, Arnsberg – Gründung der Partnerschaft

Im Mai 1972 besuchte eine schottische Abordnung Arnsberg, im August des gleichen Jahres reiste eine Abordnung aus dem Hochsauerland nach Schottland. Und noch im August 1972 setzten die Repräsentanten des schottischen West Lothian Country Councils und des Kreises Arnsberg ihre Unterschriften unter die Partnerschaftsurkunde. Schon wenige Jahre später sorgten kommunale Neuordnungen für ein „neues Zuhause“ der Partnerschaft: dort war es der District West Lothian, hier der Hochsauerlandkreis; in den 90er Jahren erfolgte dann die Umstrukturierung in Councils. „Ziel der Partnerschaft ist es, im Interesse der Völkerver­ständigung und der europäischen Einigung Menschen aus allen Kreisen, insbesondere der Jugend, Begegnungen unter­einander zu ermöglichen.“ Diese beurkundete Kernaussage verlangte gerade in den Anfangsjahren der Partnerschaft zwischen West Lothian und dem Kreis Arnsberg unerschüt­terliches Engagement.

In den ersten Jahren waren vor allem viele organisatorische Klippen zu umschiffen, um dem Anspruch des Kontakts, der Partnerschaft, gerecht zu werden. Rudolf Brüschke, der in der Arnsberger Kreisverwaltung mit dem Aufbau, der Begleitung der deutsch­schottisch Freundschaft betraut war, hat auch nach 40 Jahren nicht vergessen, welche organisato­rischen Probleme zu bewältigen waren, um etwa Besuche zu organisieren. Da gab es so manche Störungen per Telefon. Das Tele­Fax erleichterte die Aufgaben, die Verständigung, dann ein wenig. Und obendrein „holperte“ der Briefverkehr zunächst wegen eines Streiks.

Egon Mühr – als Kreisdirektor in Arnsberg und dann als Kreis­ und Oberkreisdirektor des Hochsauerlandkeises – war zusammen mit John Calder, dem Oberkreisdirektor West Lothians (und später als Geschäftsführer der West Lothian Twinning Association bis 1987, ihn löste Godfrey Fairbairn ab) stark engagiert. Sie waren viele Jahre für die Festigung der Partnerschaft verantwortlich. Das unterstrich Egon Mühr, der auch den Vorsitz der 1993 gegründeten Partnerschafts­vereinigung im Hochsauerlandkreis übernahm, in seinen Erinnerungen zum „20­Jährigen“ der Verbindung: „Das Bäumchen Partnerschaft entwickelte sich zu einem starken, weit verzweigten Baum, der immer wieder neue, kräftige Zweige bekam. Als Wachstumshilfe wurden in West Lothian und im Sauerland, vom District Council und vom Kreistag, gerne die notwendigen jährlichen Finanzspritzen verabreicht.“ John Calder wurde im Jahr 1983 für seine Verdienste um die deutsch­schottische Freundschaft das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen.

Der Motor der deutsch­schottischen Partnerschaft läuft und läuft. Im Laufe der Jahre konnte der Motor auf Automatik geschaltet werden. Der stete Kontakt wurde und ist zu einer erfreulichen Selbstverständlichkeit geworden. Wie auto­matisch die runden Jahre des Bestehens der Partnerschaft doppelt gefeiert werden. So reisten im Jahr des 20­Jährigen rund 850 Freunde der Partnerschaft zwischen den beiden Kreisen hin und her.

Aber eigentlich ist es jedes Jahr ein Fest, welch reger Austausch zwischen den beiden Regionen stattfndet. Sind Gegenbe­suche aus den Anfangsjahren prägende Geschichte für die Partnerschaft, so kamen mit den Jahren immer wieder neue Kontakte zwischen Vereinen, Verbänden und Personen zustande.

Einen Einblick vor allem ins Früher, aber auch ins Heute der Begegnungen soll dieses „Jubiläumsbuch“ zum 40­-Jährigen geben.

🛈 Es versteht sich fast von selbst, dass die ersten Besuchergruppen aus West Lothian in der beruflichen Heimat des VHS-Leiters Willi Odenthal, in der Heim-Volkshochschule in Langscheid Quartier bezogen. Aber alsbald baten die schottischen Freunde doch darum, etwas mehr Möglichkeiten zu haben, mal shoppen und ausgehen zu können. Auserkoren für die nächsten Besucher aus Schottland wurde daraufhin das Haus Sonnenschein. Das ist längst abgerissen; am Neheimer Berg befindet sich dort jetzt ein Kindergarten.


Jugendaustausch

von Wilfried Gundel

Schon im Jahr nach der Unterzeichnung der Partnerschafts­-Urkunde wurde deren prägender Bestandteil, der der Begeg­nungen, umgesetzt. Vom Jugendamt des Kreises Arnsberg. Willi Odenthal, der „Finder“ der Region West Lothian, machte sich mit dem Kreisjugendpfeger beim Kreis Arnsberg, Konrad Garske, daran, eine Jugendbegegnung zu organisieren. Das Echo zum Teilnahme­Aufruf war groß: Rund 40 junge Leute meldeten sich für die Fahrt an. „Für eine Fahrt ins Neuland in jeder Hinsicht“, blickt Konrad Garske zurück.

Diese Jugendgruppe war mit Kreisjugendpfleger Konrad Garske (vordere Reihe) 1987 in Schottland. Es war die letzte internationale Jugendbegegnung in West Lothian, die der Kreisjugendpfleger leitete.

Diese Jugendgruppe war mit Kreisjugendpfleger Konrad Garske (vordere Reihe) 1987 in Schottland. Es war die letzte internationale Jugendbegegnung in West Lothian, die der Kreisjugendpfleger leitete.

Per Bus nach Rotterdam, mit dem Schiff nach Hull und dann weiter mit dem Bus nach Livingston. An diesem An­ und Rückreise­-System wird seit der Premiere im Jahr 1973 festgehalten. Vor Ort war die ersten Jahre John Calder der wichtigste Ansprechpartner; er hatte dann auch für ein Programm für die jungen Gäste gesorgt. Untergebracht waren die Sauerländer zunächst in einer Farmer School und in späteren Jahren in einer Motortechnik­-Schule (Motec) in Livingston.

Nach der Bildung des Hochsauerlandkreises blieb für den Kreisjugendpfeger Konrad Garske, dann mit Büro in Meschede, Schottland ein besonderes Aufgabengebiet. „Garske ist Schottland“ hieß es mit den Jahren in der Verwaltung, bei den Jugendlichen und auch in Schottland. Bis zum Jahr 1987 pfegte er diese Aufgabe.

Vor den Fahrten wurden und werden die Jugendlichen zu einem Vorbereitungstreffen eingeladen. Das sei, so blickt Konrad Garske eher schmunzelnd zurück, vor allem in den ersten Jahren nötig gewesen. Denn mit Blick auf Schottland als Reiseziel gab es doch so einige falsche Bilder bei den Jugendlichen. Dass bei den Teilnehmern ein ganz anderes Bild entstand, machten die Treffen nach der Fahrt deutlich. Diese „Nachbereitungen“ waren freiwillig, aber stets trafen sich dort noch einmal fast alle Teilnehmer. War ja auch toll, die vielen Touren noch einmal Revue passieren zu lassen, noch mal über die Einladung des Landrats von Stirling zu einem Essen zu klönen. Oder sich daran zu erinnnern, beim weltweit bekannten Tattoo (Militärmusik­-Fest in Edinburgh) dabei gewesen zu sein, auch in dem Jahr als erstmals deutsche Militärmusiker mit hunderten anderen „Kollegen“ in die Arena auf der Burg einmarschierten.

All die Jahre waren geprägt durch unendlich viele Erlebnisse. Besonders aber erinnert sich der Mescheder an die Fahrten in den ersten Jahren, an die vielen Kontakte, die geschaffen wurden. Wobei ein Kontakt anfangs besondere Überredungs­künste verlangte: Der Aufenthalt der Jugendlichen bei Gast­familien, und wenn es nur für eine Übernachtung war.

Gehört der jährliche Besuch einer Jugendgruppe aus dem Hochsauerland in Schottland zum festen Programm, so dauerte es einige Jahre, bis Jugendgruppen aus dem Partnerschafts­kreis den Weg ins Sauerland fanden. Derweil hatte man beim Kreisjugendamt schon andere Teilnehmer­-Konstella­tionen im Auge. Schließlich reisten auch Pfadfnder aus Meschede nach Schottland (anlässlich des 10­jährigen Bestehens der Partnerschaft). Der Stamm Wenholthausen der Pfadfinderschaft St. Georg hatte 1981 eine erste Schottland­fahrt auf dem Reiseplan. 1986 unternahm der Jungpfadfinder­trupp gar eine dreiwöchige Highland­-Tour; auch hier unter­stützte Pfadfinder Konrad Garske bei den Vorberei tungen. Und Jugendliche der Kolpingsfamilie Meschede gesellten sich bei einer Fahrt des Kreisjugendamtes dazu. Diese Begeg­nung im Jahr 1986 mit über 50 jungen Leuten steht als besonderes Highlight im Buch der überhaupt beeindruckenden Begegnungsgeschichte. Die schottischen Gastgeber hatten sich umso mehr Mühe gegeben, solch einer großen Besucher­schar ein informatives und kurzweiliges Programm zu bieten – bis hin zu einer Abschiedsparty mit Kartoffelsalat und Sauerland­-Knackern. Dabei überreichten die Leiter der Reisegruppe aus dem Sauerland einen Wappenteller an John Calder.

Viele Kontakte entwickelten sich aus diesen Begegnungen. Bei einigen (ehemals) jugendlichen Sauerländern wurden die Erinnerungen an die Schottland­-Fahrt auf eine ganz besondere Art wieder lebendig: Sie meldeten sich als Eltern beim Kreis­jugendamt, schwärmten von der tollen Zeit in und an den Highlands – und woll(t)en ihre Kinder zu einer Begegnungs­fahrt nach Schottland anmelden. Das sollte kein großes Problem sein: Das Kreisjugendamt organisiert weiterhin jährlich Jugendbegegnungsfahrten nach West Lothian.

🛈 Bei einer Fahrt nach Schottland gab es in Rotterdam eine Panne. Nachdem die Jugendlichen mit ihren Begleitern das Schiff geentert hatten, ging Konrad Garske – sonst in diesen ersten Stunden auf dem Schiff um die Einquartierung der Reisenden bemüht – noch mal an Deck und blickte zurück Richtung Hafen. Und sah dort den Bus aus dem Sauerland, der doch eigentlich mit aufs Schiff gehörte. Der Reiseleiter wandte sich an einen Schiffsoffizier und dann an den Kapitän und wies auf das Problem hin. „Ich habe den Kapitän angefleht zur Anlegestelle zurückzufahren.“ Der Kapitän ließ sich schließlich überreden und legte noch einmal an, damit die Reisenden aus dem Sauerland ihren Bus samt Fahrer an Bord begrüßen konnten.


Newland Concert Brass – Fanfaren-Korps Neheim-Hüsten e.V.

von Klaus Alteköster

Unterzeichnung der Partnerschaft im „Kaim Park Hotel“ 1989

Unterzeichnung der Partnerschaft im „Kaim Park Hotel“ 1989

Alles begann im Jahr 1988, als das Fanfaren­-Korps Neheim­-Hüsten nach einem vorangegangenen Schottlandbesuch im Jahr 1983 (bei der Boghall & Bathgate Pipe Band) und einer Schottlandtour im Juni 1988 vom Hochsauerlandkreis gefragt wurde, ob man nicht im Juli gleichen Jahres eine schottische Brass Band während ihres Besuches im HSK betreuen wolle. Von dieser Idee ließ sich das Fanfaren­-Korps begeistern und begleitete die erst ein Jahr zuvor gegründete Newland Concert Brass während ihres Aufenthaltes im HSK und am Möhnesee. Besucht wurden u.a. die Stadt Köln, das Lampionfest in Eslohe, das Fort Fun Abenteuerland und der Westfalenpark in Dortmund. Schnell wurden enge Freund­schaften zwischen den Mitgliedern der Vereine geschlossen, und es wurde überlegt, wie der Kontakt zwischen den beiden Musikvereinen weiter fortgesetzt werden kann. Daraufhin beschloss man, eine Partnerschaft zwischen der Newland Concert Brass und dem Fanfaren­-Korps Neheim­-Hüsten zu gründen.

Abordnung der Newland Concert Brass beim 40-jährigen Jubiläum des Fanfaren-Korps, 1996.

Abordnung der Newland Concert Brass beim 40-jährigen Jubiläum des Fanfaren-Korps, 1996.

Zur offziellen Unterzeichnung der Partnerschafts­urkunde reiste eine Vorstandsdelegation des Fanfaren­Korps im darauf folgenden Jahr 1989 nach Bathgate. Im „Kaim Park Hotel“ wurde diese dann innerhalb eines offziellen Festaktes feierlich unterzeichnet. Noch während des Aufenthaltes wurde für das nächste Jahr ein Besuch des Fanfaren­-Korps in Bathgate vereinbart. Mit „Pauken und Trompeten“ machten sich die Neheim-­Hüstener also im Jahr 1990 über Pfingsten zu einer elftägigen Schottlandreise auf, um die noch frische Partnerschaft weiter zu pfegen.

Fanfaren-Korps Neheim-Hüsten bei der 150. Bathgate Procession im Jahr 2008.

Fanfaren-Korps Neheim-Hüsten bei der 150. Bathgate Procession im Jahr 2008.

Auf dem Rückweg von Schottland legte das Fanfaren­-Korps noch einen Zwischenstopp in Remscheid­-Lennep ein, um auf dem dortigen Schützenfest beim Festumzug teilzuneh­men. Im Jahr 1991 kamen die schottischen Musiker erneut zu einem Besuch nach Neheim. 1994 erfolgte eine erneute Teilnahme des Fanfaren­-Korps an der traditionell im Juni stattfndenden Bathgate Procession. Weiterhin wurden während des Besuches u.a. die Edradour Distillery und Pitlochry besichtigt. Während dieser Reise wurden auch die gewonnenen Freundschaften weiter gefestigt. In den Jahren 1995 und 1998 kam die Newland Concert Brass jeweils zu einem Besuch nach Neheim, um am dortigen Schützen­ bzw. Jägerfest teilzunehmen. Im dazwischen liegenden Jahr 1996 kam eine Abordnung der schottischen Brass Band zum 40­jährigen Vereinsjubiläum des Fanfaren-Korps, und 1997 fogen die Neheim-Hüstener Musiker dann wieder nach Schottland, um bei der Bathgate Procession mitzuwirken.

Newland Concert Brass beim Konzert im Fort Fun Abenteuerland, 2010.

Newland Concert Brass beim Konzert im Fort Fun Abenteuerland, 2010.

Nach einem Vereinsbesuch der Newland Concert Brass im Jahr 2004 nahm im Jahr 2006 eine Abordnung der schotti­schen Band an den 3­-tägigen Feierlichkeiten anlässlich des 50­jährigen Vereinsbestehens der Neheim­Hüstener Fanfaren teil. Im Jahr 2008 ging es dann für das Fanfaren­Korps erneut nach Schottland. Man nahm dort nicht nur musikalisch an der 150. Bathgate Procession teil, sondern gestaltete auch noch einen Festumzug in Torphichen mit. Weiterhin besuchten die Musiker während des Aufenthaltes noch Edinburgh und Sterling. Zwei Jahre später kam die Newland Concert Brass im Juli 2010 erneut zu einem gut einwöchigen Besuch nach Neheim. Auf dem Programm standen die musikalische Teil nahme beim Schützenfest in Bergheim, ein Konzert mit Parkbesuch im Fort Fun Abenteuerland, ein Ausfug nach Köln und eine Stadionbesichtigung bei Borussia Dortmund. Das Fanfaren­-Korps Neheim­-Hüsten und die Newland Concert Brass verbindet somit schon seit über 20 Jahren eine enge Freundschaft, auf die beide Musikvereine sehr stolz sind.


Musikverein Herdringen

von Werner Schulte

Wo feiern die Schotten? Silvester auf der langen Princess Street in Edinburgh? Selbstverständlich! Oder nach einem Fußballsieg gegen England im weltbekannten Hampden-­Park­-Stadion in Glasgow? Ja, sicher! Aber am 15. Juli 2011 hat sich die durch verschiedene Auftritte im Sauerland bekannte Royal Burghof Linlithgow Reed Band aus dem Land des Kilts, der Karos und des Whiskys auch auf dem Herdringer Schützenplatz amüsiert.

Die Musiker aus der traditionsreichen Stadt Linlithgow im schottischen Partnerkreis des Hochsauerlandkreises haben zum fünften Mal das schöne Sauerland besucht. Der erste Besuch der Reed Band fand im Sommer 1981 statt, im Jahr ihres 25­jährigen Bestehens. Weitere Besuche im Hochsauerland folgten 1985, 1989 sowie 2008. Hier spielte die Reed Band zum Osterfeuer bei sehr kalten Temperaturen in Herdringen auf.

Leider ist es dem Orchester vom Musikverein Herdringen bislang nur einmal gelungen, dies im Jahr 1997, die schöne schottische Landschaft und die Gastfreundschaft kennenzu­lernen. Nicht vergessen werden die Teilnehmer die Ereig­nisse bei den Highland Games. Für einen entsprechenden Besuch innerhalb der nächsten zwei bis drei Jahre werden derzeit die Planungen vorbereitet.

Im Jahr 2011 sind die Musiker neben Familienmitgliedern und Freunde vom 8. bis zum 18. Juli in das schöne Sauer­land gereist. Die große, 55-köpfige Besucher-Gruppe hatte im Landhotel Dietzel in Herdringen Quartier bezogen und die sommerliche Frühlingskälte verdrängt. Der jüngste unter den schottischen Musikern war der 9­-jährige Peter Molloy vom Jugendorchester, der älteste der 80­-jährige Eddie McKenna, ein Mitbegründer der Band.

Unter dem Motto – Deutsch-­Schottischer-Abend – hat der Musikverein Herdringen einen Dämmerschoppen zu Ehren der zu Besuch weilenden Linlithgow Reed Band eingeladen. Dicht gedrängt und mit viel Musik der beiden Vereine ver­wöhnt, drängten sich die Besucher und Partnerschaftsfreun­de auf dem Hof der örtlichen Schützenhalle. Noch Tage nach der Veranstaltung wurden die Musiker in Herdringen um eine jährliche Fortsetzung der Veranstaltung gebeten. Dies sei ein sehr guter Auftakt für die bekannte Schützenfest­saison im Hochsauerland.

Bei der tollen Atmosphäre mit Musik von beiden Orchestern unter den Bäumen des besonders ansprechend gestalteten Schützenhofes durfte natürlich ein original Schottischer Whisky nicht fehlen. Dieses traditionelle Getränk wurde mit einem selbstgebackenen traditionellen Clottie Dumpling allen Gästen angeboten. Bis tief in den Abend hinein feier­ten die schottischen und deutschen Musiker zusammen mit Partnerschaftsfreunden aus dem ganzen HSK und den vielen Besuchern des Dämmerschoppens.

Die Weltsprache der Musik, die Noten, die in jedem Land ohne Sprachprobleme gelesen und natürlich durch die Instru­mente in Töne verwandelt werden, brachte beide Orchester zum Zusammenspiel. In sehr guter Erinnerung geblieben ist das Stück „The Rose of Kelvingrove“.

Rückblickend auf den Besuch der Reed Band im über 4.000 Einwohnern zählenden Ortsteil Herdringen der Stadt Arnsberg wird der Musikverein Herdringen dieses Musik­stück beim nächsten Wunschkonzert am 24. März 2012 intonieren: „Gerne erinnern wir uns an den Besuch zurück und hoffen in naher Zukunft die Reed Band sowie die Region West Lothian besuchen zu können.“

Weitere Informationen zum Deutsch­-Schottischen­-Abend sind auf der Homepage des Musikvereins und auf www.musikverein­-herdringen.de hinterlegt.


Eine etwas andere Schottlandfahrt

von Gabriele Schüttelhöfer

Edinburgh Casle

Edinburgh Casle

Seit 1979 gab es einen Schüleraustausch zwischen der Real­schule Hüsten und der Deans Community High School in Livingston, Schottland. Dieser Austausch wurde im Rahmen der Partnerschaft zwischen dem HSK und dem West Lothian Council durchgeführt. Im Zweijahresrhythmus fanden ein Besuch der Hüstener Schüler in Deans und ein Gegenbesuch der schottischen Partnerschule statt.

Im Juni 1989 fuhren 35 Schüler der Realschule Hüsten mit 4 Lehrern nach Schottland, sie wurden alle in schottischen Familien aufgenommen. Für viele dieser Schüler wurde dieser Besuch in Schottland eine bleibende Erinnerung an ihre Schulzeit. So machte sich Miriam Wilke nach 20 Jahren auf die Suche nach Mitschülern und deren schottischen Partnern, die damals mit dabei waren.

Arnsberg

Arnsberg

Schnell waren sich 10 der damaligen Schottlandfahrer einig: Wir machen eine „Jubiläumsfahrt“. Der HSK half, den Kontakt zur Schule vor Ort herzustellen.

Am Mittwoch, dem 17.06.2009 war es dann soweit: 9 ehe­malige Schüler der Realschule Hüsten und Gabriele Schüt­telhöfer, eine Lehrerin der Realschule Hüsten und deren Ehemann flogen für 5 Tage nach Edinburgh, wo sie von Gordon Connolly, einem Vertreter des Kreises West Lothi­an, herzlich empfangen wurden.

Die Teilnehmer der „Jubiläumsfahrt 2009“. In der Mitte: Lehrerin Gabriele Schüttelhöfer, rechts: Gordon Connolly, Kreismitarbeiter West Lothian

Die Teilnehmer der „Jubiläumsfahrt 2009“. In der Mitte: Lehrerin Gabriele Schüttelhöfer, rechts: Gordon Connolly, Kreismitarbeiter West Lothian

Die folgenden Tage wurden ein außergewöhnliches Erlebnis für alle Teilnehmer. Der erste Tag war für den Besuch der Deans Community High School vorgesehen. Obwohl das Kollegium kurz vor dem Umzug der Schule in ein neues Gebäude stand, wurde den Ehemaligen ein herzlicher Empfang bereitet. Die Besucher wurden durch die Schule geführt, wobei einige Veränderungen sofort ins Auge felen, die wichtigste davon: Die Schüler trugen eine Schuluniform.

Auch die Teilnahme am Unterricht war vorgesehen. Dabei wurden so manche Erinnerungen an den Besuch von vor 20 Jahren wach.

Feierliche Einweihung West-Lothian-Platz 2012

Feierliche Einweihung West-Lothian-Platz 2012

Weitere Stationen waren: Edinburgh, Mill Farm, Glasgow, Stirling, Linlithgow, Queensferry und Rosslyn Chapel. Was die Fahrt außer dem Erinnerungswert so außergewöhnlich machte, waren vor allem die persönlichen Kontakte, einmal der Empfang in der Schule, zum anderen die Betreuung durch den Vertreter des Kreises West Lothian, der die Besucher spüren ließ, dass sie in Schottland sehr willkommen waren. Für die Teilnehmer dieser Schottlandreise steht daher fest, dies war nicht der letzte Besuch in diesem gastfreundlichen Land.


Eine wahrlich runde Sache: Der Kontakt des TuS Medebach mit West Lothian

von Josef Drilling

Erstmalig im Jahre 1979 hatte der TuS Medebach Kontakt mit dem schottischen Partnerschaftskreis West Lothian über den Hochsauerlandkreis: Die A­Jugend­Fußballmannschaft des TuS war zu Gast bei der Queensferry High School. Es wurden drei Fußballspiele ausgetragen mit wenig Erfolg für die Hochsauerländer. Das beeinträchtigte aber die neue Freundschaft mit dieser Schule nicht, denn ein Jahr später kam die Mannschaft der High School nach Medebach und machte das Eröffnungsspiel anlässlich der Einweihung des neuen Rasenplatzes.

Edinburgh Military Tattoo 2011: ein unvergessliches Erlebnis für jeden Besucher

Edinburgh Military Tattoo 2011: ein unvergessliches Erlebnis für jeden Besucher

Die Partnerschaft des TuS Medebach verlief bis 1999 regel­mäßig jährlich im Wechsel in Schottland und Medebach. Von deutscher Seite nahmen Jugendliche aus Medebach, Hallenberg, Winterberg, Worbis, Solingen und Kamen teil. Die Unterbringung erfolgte auf beiden Seiten stets in Fami­lien. Das hat sich bewährt, denn die Teilnehmer konnten die Lebensbedingungen in den jeweiligen Familien, die damals noch wesentlich anspruchsloser waren als in Deutschland, persönlich erfahren. Insgesamt haben circa 1ooo Jugendliche und Erwachsene an den Begegnungen teilgenommen. Kontakt bestand zu folgenden Schulen: in Queensferry, Blackburn, Bathgate und Livingston.

Um Schottland kennenzulernen, fanden Fahrten nach St. Andrews, Stirling (Stammschloss der Stuarts) Fort William, Edinburgh, Oban, Loch Ness, Aberdeen, Balmorel, Irvine, Inverness, Glasgow und zu vielen weiteren Orten und Sehenswürdigkeiten statt.

Josef und Marlies Drilling trafen und treffen sich mit Godfrey und Jean Fairbairn und familiärem Anhang seit vielen Jahren.

Josef und Marlies Drilling trafen und treffen sich mit Godfrey und Jean Fairbairn und familiärem Anhang seit vielen Jahren.

Die Organisation dieser Fahrten lagen auf deutscher Seite überwiegend bei Josef und Marlies Drilling, anfangs bei Franz Wolf, während in Schottland Godfrey und Jean Fairbairn diese organisierten, die auch selbst mit ihren Kindern die Fahrten nach Medebach begleiteten. Als Busfahrer stellten sich Bernd Hellwig, Klaus Müller und Ulrich Hellwig zur Verfügung.

Zahlreiche Veranstaltungen wurden besucht, unter anderem Highlandgames, Tattoo Edinburgh, Schulfeiern und Begeg­nungsabende mit Folklore. Von Medebach aus wurden den Gästen Fahrten in die nähere Umgebung und unter anderem auch nach Kassel, Köln, Worbis, Stukenbrock oder zur Loreley angeboten. Eine Fahrt an die damalige innerdeutsche Grenze hinterließ nachhaltigen Eindruck. Tief betroffen staunten die Schotten, denn so etwas hatten sie noch nie gesehen mitten in Europa. Es war totale Stille im Bus.

Noch heute bestehen zahlreiche Kontakte, sei es per Brief, Telefon, Mail oder durch persönliche Besuche. Im Jahr 2oo9 war eine Gruppe von acht Personen in Schottland. Im Oktober 2o11 waren Godfrey und Jean mit Sohn und Schwiegertochter zu Besuch in Medebach.

Wenn in 2012 das 4o-­jährige Bestehen der Partnerschaft gefeiert wird, können wir vom TuS Medebach nur Positives berichten. Die Besuche in Schottland haben nicht nur die Jugendlichen beeindruckt. Auch die zu Beginn der Partner­ schaft noch festzustellenden sozialen Unterschiede im Vergleich zu Deutschland waren für unsere Jugendliche sehr lehrreich. Die große Gastfreundschaft in Schottland bleibt unvergessen.


Blackburn Academy – Medebach Austausch

von Godfrey Fairbairn

In dem Jahr, in dem schottische Schwimmer erstmals nach  Medebach kamen, feierte John Calder seinen 65. Geburtstag.

In dem Jahr, in dem schottische Schwimmer erstmals nach Medebach kamen, feierte John Calder seinen 65. Geburtstag.

1978 besuchte eine Gruppe junger Fußballer vom Turn­ und Sportverein Medebach die South Queensferry High School. Sie schliefen auf dem Boden in der Sporthalle der Schule. Geleitet wurde die Gruppe von Josef (Jupp) Drilling und Bernd Hellwig. Als ich sie im Namen der Twinning Asso­ciation willkommen heißen wollte, wurde mir schnell klar, dass die Deutschen mit viel Enthusiasmus einem Austausch entgegen sahen, ihnen aber noch ein Langzeit­-Partner in West Lothian fehlte.

Richard Grünschläger und Godfrey Fairbairn: Besuch im Mai 1987 in West Lothian

Richard Grünschläger und Godfrey Fairbairn: Besuch im Mai 1987 in West Lothian

Im darauffolgenden Jahr kam der Schwimmverein der Blackburn Academy auf mich zu, um eine Verbindung innerhalb des HSK herzustellen. Eines führte zum Anderen, und im Sommer 1979 begleitete ich eine Gruppe junger Schwimmer nach Medebach, wobei der TuS Medebach unser Gastgeber war.

Es wurde damals entschieden, dass der Austausch auf Gegen­seitigkeit basieren und die jungen Teilnehmer in Gastfamilien untergebracht werden sollten. Ein großes Lob gebührt den Eltern der Blackburn Academy­-Schüler für ihre uneinge­schränkte Gastfreundschaft und innovative Spendenaktion.

Es blieb auch noch Zeit den Sonnenuntergang zu betrachten (Linlithgow)

Es blieb auch noch Zeit den Sonnenuntergang zu betrachten (Linlithgow)

Als 1982 die James Young High School eröffnet und die Blackburn Academy massiv verkleinert wurde, verlegte man die Organisation des Austausches an die neue Schule – zusammen mit vielen Mitarbeitern, mich eingeschlossen.In den nächsten zwanzig Jahren hielt die Beliebtheit des Austausches mit seinen auf beiden Seiten breit gefächerten Programmen an.

In dieser Zeit haben schätzungsweise 1500 junge Leute West Lothian bzw. Medebach besucht. Ich höre immer noch von Kontakten, die in jenen Jahren entstanden sind und bis heute gepfegt werden.

Landrat Joe Thomas und Oberkreisdirektor Alex Linkston überreichen Landrat Franz-Josef Leikop den „Loving Cup“ des West Lothian Council, Juni 2000.

Landrat Joe Thomas und Oberkreisdirektor Alex Linkston überreichen Landrat Franz-Josef Leikop den „Loving Cup“ des West Lothian Council, Juni 2000.

Viele Gruppenleiter auf beiden Seiten (besonders hervor­zuheben ist hier Jupp Drilling) investierten freiwillig ihre Zeit – die Besuche fanden immer in den Sommerferien statt. Auch viele Eltern unterstützten uns auf verschiedenste Weise: Durch Hilfe bei Barbecues, Abschiedsfeiern, Organisation der Besuche usw. Ein Fels in der Brandung waren dabei der verstorbene Forsyth Jamieson und seine Frau Margaret, die nicht genug helfen konnten – ob privat oder auf der Mill Farm (Livingston Heritage Centre).

Der Austausch wurde in den späten Neunzigern beendet, wodurch er eines der dauerhaftesten und erfolgreichsten Programme in der Geschichte der Twinning Association war, dessen Echo bis heute anhält.


Musikverein Voßwinkel und die „Royal Burgh of Linlithgow Reed Band“

von Ulrich Wilmes

Das Bild zeigt die Musiker der Linlithgow Reed Band und des Musikvereins Voßwinkel beim gemeinsamen Musizieren während des Schützenfestes in Bachum im Juli 2011.

Das Bild zeigt die Musiker der Linlithgow Reed Band und des Musikvereins Voßwinkel beim gemeinsamen Musizieren während des Schützenfestes in Bachum im Juli 2011.

Die Kontakte kamen zustande durch die Bemühungen unseres leider viel zu früh verstorbenen Musikkameraden und 2. Vorsitzenden Günter Nies, der schon vorher mehrfach mit Schulklassen den schottischen Partnerschaftskreis besucht hatte. Bei unseren Besuchen in West Lothian konnten wir uns davon überzeugen, dass alle Erzählungen und Witzeleien über den „schottischen Geiz“ nur eine Mär sind. Ganz im Gegenteil: Freundlichkeit, Zuvorkommenheit und Gastfreund­schaft der Schotten waren beeindruckend. 1989, 1992 und 1997 waren wir mit dem Musikverein Voßwinkel zu Gast in Linlithgow. Schnell waren Verbindungen zur dortigen Reed Band geknüpft. Gemeinsame Proben und gemeinsame Veranstaltungen fanden statt, in Schottland und bei den Besu­chen der Reed Band in Deutschland auch im Hochsauerland­kreis. Besonders den beiden Reed­Band­-Mitgliedern Edgar Liddle und Murdoch Kennedy ist es zu verdanken, dass die Kontakte bis zum heutigen Tag Bestand haben.


Beziehungen der Linlithgow Reed Band zu Deutschland

von Murdoch Kennedy

Musik ist die internationale Sprache, die keine Grenzen kennt. Sie ist ein wichtiger Eckstein der partnerschaftlichen Beziehung zwischen West Lothian und dem Hochsauerland­kreis, die eine ganze Palette von Organisationen involviert – von der Schulkapelle bis hin zu kompletten Orchestern.

Seit 1981 hat die Royal Burgh of Linlithgow Reed Band fünf Fahrten ins Hochsauerlandkreis gemacht und enge Beziehungen zu vielen dortigen Musikvereinen geknüpft. Sie war auch Gastgeber für Musiker, die West Lothian besucht haben.

Es hat ein großartiger Austausch von Musik und Ideen statt­gefunden und die umfangreiche Bibliothek der Reed Band wurde um viele deutsche Stücke erweitert, die wiederum für bekannte schottische Märsche eingetauscht worden sind. Einzelne Bandmitglieder sind nach Deutschland gereist, um mit dortigen Kapellen auf Schützenfesten zu spielen, und 2009 spielte Carsten Freitag aus Neheim mit der Reed Band beim historischen Riding of the Linlithgow Marches.

Die erste Deutschlandfahrt der Band fand im Sommer 1981 statt, an ihrem 25. Jubiläum. Die Reisenden verbrachten zehn Tage im Gasthof Wrede in Oeventrop. Dieser sollte auch für die kommenden Fahrten 1985 und 1989 als Band­unterkunft dienen. 2008 fand ein kurzer Osterbesuch statt, während dessen die Band im Hotel Dietzel in Herdringen untergebracht war. Dadurch hatten die Musiker aus Linlithgow die Gelegenheit, die Freundschaft mit dem dortigen Musik­verein aufzufrischen, den sie 1997 in Schottland kennen­gelernt hatten. 2011 verbrachte eine 55-köpfge Gruppe zehn Tage im Hochsauerlandkreis. Mit Herdringen als Ausgangs­punkt durchlief sie ein umfangreiches Programm, u.a. mit Besuchen im Fort Fun, der Veltins­-Brauerei und dem Borussia Dortmund-­Stadion wie auch einem gemeinsamen Konzert und gesellschaftlichen Abend mit dem Musikverein Herdringen. Die Reed Band erneuerte ihre Beziehungen auch auf den Schützenfesten in Niedereimer und Holzen. Und bei ihrem dritten Besuch des Schützenfestes in Bachum spielte die Band zusammen mit dem Musikverein Voßwinkel, der Linlithgow bei drei Gelegenheiten besucht hatte.

Die Linlithgow Reed Band hat starke Bande der Freund­schaft mit Musikern aus dem Hochsauerlandkreis. Mögen sie lange halten!


Seit zehn Jahren musikalischer Austausch zwischen Gleidorf und West Lothian

von Jürgen Wagner

Bei der Herausbildung einer wirklichen europäischen Gesellschaft spielen solche Partnerschaften wie die der Kreise West Lothian und Hochsauerland eine essentielle Rolle. Die Idee einer verbesserten Kommunikation zwischen den Zivilgesellschaften zweier europäischer Länder hängt dabei vor allem von einem größeren Interesse andere Sprachen zu erlernen ab. Und auf die Bereitschaft, sich auf die jeweils fremde Kultur und Identität einzulassen. Unsere Sprache und unsere Musik sind Träger unserer Kultur und unserer Identität. Über die Musik entsteht so Schritt für Schritt, vor Ort, das Europa der Bürger. Dazu gehört viel Engagement, Enthusiasmus und Arbeit um die Partnerschaft lebendig zu halten und zu pfegen.

Aus einer Musikveranstaltung des Kirchlichen Bläserchors Gleidorf im März 2002 gemeinsam mit einer Musik­ abordnung aus West Lothian, Schottland, entwickelten sich zahlreiche persönliche und menschliche Kontakte. Die intensiven Gesprächen wurden bereits am folgenden Tag bei privaten Treffen im „frühsommerlichen“ Garten vertieft. So lernte der Eine vom Anderen die Gemeinsamkeiten und Verschiedenheiten, aber auch Befndlichkeiten und Voreingenommenheiten, Vorlieben und Ablehnungen kennen. Kurz, jeder lotete aus, wie der andere so tickt.

Diese Kontakte wurden von beiden Seiten intensiviert und über die Jahre enorm vertieft. Private Besuche in Schottland oder umgekehrt in Gleidorf, Schüleraustausche, Haustausch im Urlaub, Unterstützung bei der Suche nach einem Head­greenkeeper führten zu einem guten Kennenlernen und Respektieren der jeweiligen Lebensweise und ­einstellung. Konzerte der schottischen Bands in der Gleidorfer Kirche führten letztendlich zu einer außergewöhnlichen Unterstüt­zung durch die schottischen Freunde und letztlich zu der Installation des „Gleidorf Musik­-Festivals“.

Beeindruckt von dem außergewöhnlichen Engagement für den Bau einer neuen Dorfmitte durch einen Dorfpark und die Großzügig­keit von Bauer Teipel, der die Fläche zur Verfügung stellte, gestaltete der West Lothian District die Einweihung ganz wesentlich mit. Gemeinsam mit dem Kirchlichen Bläserchor Gleidorf und der West Lothian Jazzband und einer Piper­abordnung konnte das Ereignis mit rund 800 Gästen gebüh­rend gefeiert werden. Das Ereignis löste große Emotionen aus. Beide Seiten waren sich einig, das Gleidorf Festival soll im zweijährigen Rhythmus wiederholt werden. Mittlerweile konnte das 4. Gleidorf Festival Open Air stattfnden. Dank privater Sponsoren, des West Lothian Districts und des Hochsauerlandkreises immer Eintrittsfrei für die Bürger rund um Schmallenberg. Der Gewinn liegt dabei in einer tiefen Freundschaft und Verständigung zwischen den schottischen Musikern und den deutschen Teilnehmern.

Wir verbinden mit dieser Partnerschaft den Wunsch, dass sich vor allem bei der Jugend ein reger Austausch und persönliche und menschliche Kontakte entwickelt.


Fahrten der Abschlussklassen – „Ich habe für Schottland gestimmt.“

von Wilfried Gundel

„Eslohes Secondary Modern School und St. Margaret’s Academy – a Catholic comprehensive school in Livingston – are currently developing relationships within the framework of the twinning.“ So ist es im Newsletter der Schule in Livingston im November 1996 zu lesen. Im Jahr bevor eine erste Abschlussklasse der Realschule Eslohe eine Reise nach Schottland in den Partnerkreis West Lothian unternahm.1996 waren denn auch die ersten Kontakte zwischen den beiden Schulen geknüpft worden. Das, nachdem die Esloher Schule eine Verbindung aus den Jahren zuvor mit einer Schule in London aufgelöst hatte. Danach konnten sich die Schüler für ein neues Reiseziel entscheiden „Ich habe für Schottland gestimmt, weil ich dachte, da kommt man ja sonst nicht hin, weil es so weit weg ist“, erinnerte sich im vergangenen Herbst eine junge Frau bei einem Wiedersehen mit einstigen Mitschülerinnen in Eslohe.

Die „Girl Group“ der Abschlussklasse, die 1997 die Premiere-Schottlandfahrt von Eslohe aus unternahm.

Die „Girl Group“ der Abschlussklasse, die 1997 die Premiere-Schottlandfahrt von Eslohe aus unternahm.

Und so unternahm Realschul­- und Englisch­-Lehrer Horst Vielhaber mit Ehefrau Helga im Jahr 1996 noch eine private Informationsreise nach West Lothian. Kontakte bestanden inzwischen bereits mit dem an der St. Margaret’s Academy für die Fremdsprachen zuständigen Lehrer James Forbes.

So stand dann vom 8. bis zum 14. Mai 1997 der erste Besuch aus Eslohe in Livingston an. Vorausgegangen waren schon viele persönliche, schriftliche und fernmündliche Absprachen zwischen Lehrern, dem Kulturamt des Kreises und mit der hiesigen Partnerschaftsvereinigung. Die Schüler selbst hatten sich in Unterrichtstunden auf die Fahrt vorbereitet.

🛈 Vor allem an die kleinen Episoden erinnerten sich die jungen Frauen im vergangenen Herbst bei einem Wiedersehen. Etwa daran, dass es für die Schüler ein großes zu klärendes Geheimnis war, was denn der Schotte unter dem Rock trägt. Bei einem Schlossbesuch in Edinburgh schlich sich ein Schüler an einen Wachsoldaten heran und kniete sich hin, um dem Geheimnis auf die Spur zu kommen. „Es hat aber nicht geklappt“: Der Wachsoldat entfernte sich von seinem Standort.

Die Abschlussklasse 10a der Realschule Eslohe reiste dann in den Etappen Bus, Schiff, Bus mit den Lehrern Karola Bösing und Horst Vielhaber zur Jugendherberge in Linlith­gow, wo sie von Rektor A.J. Gavin, Kathy McGrath, James Forbes sowie Godfrey Fairbairn (von der Twinning Associa­tion) begrüßt wurden. Begrüßt zu einer allemal spannenden und kurzweiligen Premiere mit gemeinsamen Ausfügen mit schottischen Schülern und vielen weiteren Begegnungen.Während die Schule aus Livingston im Jahr darauf eine Schüler­Gruppe zu einem Gegenbesuch ins Sauerland nach Eslohe entsandte, fuhren von Eslohe aus noch zwei Mal Abschlussklassen in den Partnerkreis West Lothian (1998 und 2000). Ein jeweils mit Spannung erwartetes Unternehmen, das auch nicht ganz billig war. So kostete die Fahrt 500 Mark, und dann kam ja noch das Taschengeld dazu.

Apropos Geld. Eine Schülerin hatte bei einem Kirchen­besuch ihr Portmonee verloren. Sie ging noch einmal zur Kirche zurück und wandte sich mit ihrer großen Sorge an den Küster. Der hatte die Geldbörse denn auch gefunden und bat die junge Esloherin, ihm doch diese zu beschreiben: „Das war ganz schön schwierig, denn da waren Wörter nötig, die ich noch gar nicht kannte“, erinnert sie sich. Doch es gab ein Happy End.

Für Schülerinnen und Schüler der Esloher Realschule kam es in diesem Jubiläumsjahr wieder zu einer Fahrt nach West Lothian. Lehrerin Huberta Eickhoff reiste im vergangenen Jahr mit einer Gruppe der Partnerschaftsvereinigung nach Schottland. Nicht nur, um sich von dem Land beeindrucken zu lassen, sondern auch um Vorbereitungen für die Abschluss­fahrt 2012 zu treffen.


Sportliche Beziehungen Hochsauerland – West Lothian

von Charlie Raeburn

8. August 1986: 40 deutsche Sportler beenden ihren „1000 Lauf“ vom Hochsauerlandkreis. Hier: bei der offiziellen Begrüßung in West Lothian durch Dominic McCauley mit einem Empfang im Hauptsitz des Rates.

8. August 1986: 40 deutsche Sportler beenden ihren „1000 Lauf“ vom Hochsauerlandkreis. Hier: bei der offiziellen Begrüßung in West Lothian durch Dominic McCauley mit einem Empfang im Hauptsitz des Rates.

Bei einem Besuch in West Lothian im September 2004 lud Winfried Stork (CEO Hochsauerlandkreis) Charlie Raeburn (Sport and Recreation Manager, West Lothian Council) zu einem Deutschlandbesuch im Dezember desselben Jahres ein, um mögliche zukünftige Beziehungen zwischen dem Hochsauerland und West Lothian im Bereich Sport zu diskutieren.

Das erste Projekt war eine Wochenend­Studienreise einer kleinen Delegation von Verantwortlichen aus dem West Lothian Council wie auch von sportscotland: Sie machten im Juni 2005 eine ausführliche Tour durch das Hochsauer­land. Zu den betrachteten Angelegenheiten und Praktiken gehörten:

  • -Teilnahmebelange für Sport und physische Aktivitäten;
  • -Sportvereine der Gemeinden,
  • -Zugang zu Schulanlagen durch Sportvereine,
  • -Trainer­Ausbildung,
  • -potenzielle Bindungen für zukünftige HSK/WLC Sport­Beziehungen.

Als unmittelbares Resultat dieses Besuches:

  • -machte im Juni 2006 eine kleine Delegation aus dem Hochsauerland eine Studienreise nach West Lothian, um diese Sportoptionen zu überdenken;
  • -realisierten Schwimmvereine aus West Lothian mit vereinten Kräften die Teilnahme am jährlichen Interna­tionalen Schwimmfest des SV Neptun, das vom 2. bis zum 5. Juni 2006 im Freibad Arnsberg­Neheim ausgetragen wurde.


Fünfundzwanzig junge Schwimmer zwischen 12 und 15 Jahren aus den verschiedenen Vereinen aus West Lothian reisten mit vier Schwimmtrainern und einem Teammanager nach Deutschland. Sie traten als das West Lothian Swim Team an. Dieser erste Besuch wurde zum Auslöser einiger sehr positiver Veränderungen innerhalb der sieben Vereine und der weiteren Schwimmgemeinschaft.

Speisekarte (speziell für den Besuch des Turnvereins Arnsberg)

Speisekarte (speziell für den Besuch des Turnvereins Arnsberg)

Obwohl die Gruppe nur für zwei Wettkampftage bleiben konnte, machte sie in der SV Neptun­Veranstaltung positive Erfahrungen, insbesondere durch die Vereinigung der Kräfte und Erfahrungen der sieben Vereine. Und dank Sarah Pryde von West Lothian Sport and Recreation Services, die den Ausfug vorbereitet und ermöglicht hat, konnte etwas geschaffen werden, was heute als Swim West Lothian bekannt ist. Die positiven Erfahrungen, die von den Schwimmern, Trainern und Beamten in Deutschland geteilt werden, haben eine kul­turelle Veränderung in West Lothian bewirkt: Es entstand die Vision, dass durch Kooperation und Zusammenhalt West Lothian seinen Eliteschwimmern ein Prof training ermög­lichen und gleichzeitig die lokalen Wurzeln und Identitäten der Schwimmvereine beibehalten kann.

Die folgenden Besuche von Swim West Lothian zwecks Teilnahme an den SV Neptun­-Veranstaltungen in den Jahren 2008, 2010 und 2011 zeigten die Verbesserung der Schwimm­leistung der Schwimmgemeinschaft aus West Lothian. Nach­dem Swim West Lothian 2010 knapp die Top Club-­Auszeichung verpasst hatte, wollten wir sicher­stellen, dass wir die Trophäe dieses Jahr nach Hause bringen und traten mit der größten Mannschaft bisher an: Sechs Mit­arbeiter und 46 Schwimmer zwischen 11 und 17 Jahren.

Aktuell diskutieren Swim West Lothian und der SV Neptun die Möglichkeit eines Besuches in West Lothian im Jahr 2012. Es wird auch in Erwägung gezogen, die Beziehungen zwischen den einzelnen Vereinen im Hochsauerlandkreis und in West Lothian auszubauen, vielleicht auch zwischen den langjährigen Schwimmern (Masters). Wir haben auch erkannt, dass wir die Zeit fnden müssen, die Beziehungen von den reinen Schwimmwettbewerben in Richtung sozialer und kultureller Erfahrungen zu erweitern.

Mögliche zukünftige Projekte wären u.a.:

    1. Eine jährliche/halbjährliche Veranstaltung, die eine Palette von 5 Sportarten oder Aktivitäten vereint. Diese Aktivitäten könnten im Wechsel eingebracht werden, sodass Vereine die Möglichkeit haben, ihre eigenen Beziehungen aufzubauen;

    2. Gemeinsame Projekte – z.B. die Entwicklung von Pro­grammen im Bereich Jugendarbeit (diversionary activity);

    3. Gemeinsame Seminare: Trainerausbildung, Wegführer Vereinsentwicklung.

Sorge bereitet hierbei u.a. sicherlich die Notwendigkeit der zumindest teilweisen Finanzierung einiger dieser Aktivitäten.


Internationales Schwimmfest

von Astrid Schürmann und dem SV Neptun

Nach den ersten offziellen Gesprächen im September 2004 war es im Juni 2006 endlich soweit: Neben den vielen Be­gegnungen im Bereich Musik, Schule und Ausbildung, den offziellen Besuchen und den Jugendaustauschen zwischen dem Hochsauerlandkreis und dem Council West Lothian wurden die Beziehungen auf den Bereich Sport ausgeweitet.

So machten sich 25 junge Schwimmer im Alter von 12 bis 15 Jahren aus den verschiedenen Clubs in West Lothian zusammen mit fünf Begleitern auf den Weg zum „Interna­tionalen Schwimmfest“ nach Deutschland.

West Lothain Schwimmteam

West Lothain Schwimmteam

Jedes Jahr am Pfingstwochenende verwandelt sich das Freibad Neheim in eine internationale Wettkampfstätte, denn das „Internationale Schwimmfest“ des SV Neptun Neheim­Hüsten, das zu den größten seiner Art in ganz Deutschland zählt, wird dort ausgetragen. Wer an so einem Pfngstwochen­ende am Freibad Neheim vorbei geht, glaubt an einen neu entstandenen Zeltplatz. Auf jeder freien Rasenfäche im und um das Freizeitbad herum stehen große und kleine Zelte.

Seit dieser ersten Teilnahme im Jahr 2006 ist das Schwimm­team aus West Lothian gern gesehener Gast bei diesem Event.

Einmarsch der Nationen

Einmarsch der Nationen

Im Jahr 2010 feierten 687 Athleten aus sieben Nationen bei Bilderbuchwetter das Schwimmfest. Mit dabei waren 37 Teil­nehmer aus West Lothian.

Alle Rekorde wurden dann beim 40. Internationalen Schwimm­fest im Jahr 2011 gebrochen. Das Schwimmteam aus West Lothian stellte mit 46 Aktiven (im Alter von 11 bis 17 Jahren) hinter dem SV Neptun die zweitgrößte Mannschaft im Teilnehmerfeld von 45 Vereinen mit insgesamt 739 aktiven Teilnehmern. Das Team stellte gleich drei neue Bahnrekorde auf. Im Medaillen-­Spiegel belegten sie den ersten Platz mit 72 Gold-­, 65 Silber-­ und 50 Bronze­-Medaillen.

erfolgreiche Teilnehmer

erfolgreiche Teilnehmer

„Bei uns trainieren wir nur in Hallenbädern auf 25­-Meter­-Bahnen (das Freibad hat 50­-Meter­-Bahnen), da wir nur zwei Außenbecken in ganz Schottland haben“, berichteten die Teamleiter Callum und Dannah. Für das Turnier mussten sie eine Freistellung von der Schule bekommen. „Es ist immer eine anstrengende Zeit, aber wir können auch viele inter­nationale Freundschaften schließen“, betont Dannah. Beide Teamleiter stellten fest, dass durch die Reise auch der eigene Verein enger zusammengerückt ist und die Wettkampfer­gebnisse immer besser werden. Im nächsten Jahr wollen sie auch wieder dabei sein.

Vertieft werden sollen die Beziehungen durch eine Gegen­einladung des Schwimmteams aus West Lothian. Geplant ist im Jubiläumsjahr ein Besuch des SV Neptun in West Lothian.


Die Schotten waren da!

von Reinhard Bartsch

Der Hochsauerlandkreis führt seit Jahren einen regen Aus­tausch mit seinem schottischen Partnerkreis West Lothian durch. Neben einer Vielzahl an kulturellen Begegnungen fand ein Sportaustausch in den Bereichen Fußball, Golf und Schwimmen statt. Die Schotten fragten 2008 an, ob man sich vorstellen könne, auch einen „Exchange“ im Bereich Segeln ins Auge zu fassen. So war schnell die Verbindung zum Vorsitzenden der Seglergemeinschaft Möhnesee Südufer (SMS), Uli Papencordt, geschlagen, der als stellvertretender Leiter der Musikschule Hochsauerlandkreis beschäftigt ist.

Nach langer Vorbereitung durch Karin Rusche vom YCWA, Uli Papencordt und Jugendwart Reinhard Bartsch war es am 10. August 2009 endlich soweit: Die schottischen Jugendli­chen aus West Lothian waren auf dem Weg zum Möhnesee.

Zehn Jugendliche des RFCM warteten ungeduldig und et­was unsicher auf die Ankunft der Schotten. Der Jugendwart hatte viele Fragen zu beantworten: „Können die überhaupt segeln?“ „Lassen wir die auf unsere Boote?“ „Kommen die gar im Rock?“ „Wie sollen wir denn mit denen reden?“ Ganz unvorbereitet waren die Gastgeber ja nicht! Aus dem Internet hatten sie sich die wichtigsten Segelausdrücke in englischer Sprache ausgedruckt, das Wörterbuch lag griff­bereit am Steg. Und: „Wir hatten die Hoffnung, dass die Gäste unser Englisch verstehen, vor allem aber, dass die Gäste keinen ausgeprägten Dialekt sprechen würden.“Die Spannung stieg – von den „scotsmen and -­girls“ um 15 Uhr keine Spur… Dann gab es die Information, dass die Schotten gerade in der Jugendherberge angekommen wären, nun die Zimmer bezögen und dann Kaffee (oder war es doch Tee?) und Kuchen bekämen. Um kurz nach 16 Uhr kamen sie dann endlich! Zehn fröhliche Jugendliche in Begleitung ihres Trainers George und eines Kameramannes (jawohl, richtig gelesen, Chris war extra engagiert um die Premiere auf DVD festzuhalten), alle fx und fertig in Segelmontur, und sie traten etwas unsicher auf den Jugendsteg.

Die Teilnehmer des Jugendsegelaustauschs 2009

Die Teilnehmer des Jugendsegelaustauschs 2009

Die anfängliche schüchterne Begrüßung wich ganz schnell der Neugierde auf die Boote. Und viel schneller als gedacht, saßen die Schotten und die Gastgeber­Kids bunt gemischt in den RFCM-­Jugendbooten und freuten sich auf die ersten Schläge bei angenehmen 3 Beaufort. Sprachprobleme? Kein bisschen. Die gemeinsame Basis bzw. Sprache war das Segeln! Nach gut zwei Stunden Segeln, in denen alle Vorurteile abgebaut wurden (denn die schottischen Kids können segeln!) hieß es dann, die Boote zum Transport auf die andere Seite der Fußgängerbrücke fertig machen. Schnell waren die Masten gelegt, und die Boote wurden dann von zwei DLRG­-Booten zum Yachtclub Westfalia Arnsberg geschleppt. Dort gab es zunächst ein gemeinsames Abendes­sen mit den Jugendlichen des YCWA und den Teilnehmern der parallel stattfndenden „Opti-Woche“.

Nach dem Abendessen folgte die „offzielle“ Begrüßung, während der auch noch grundsätzliche Regeln für alle Teil­nehmer der kommenden Segelwoche besprochen wurden. Im Anschluss hieran erhielten alle Teilnehmer ein leuchtend blaues T­Shirt mit der Aufschrift: „Sailing – simply the best“. Nach erstem Kennerlernen und gemeinsamen Spielen ging es dann zu Fuß zurück in die Jugendherberge.

Der Dienstagmorgen stand ganz im Zeichen des gemeinsamen Segelns. Die Schotten und die acht teilnehmenden Kids des RFCM teilten sich mit sichtlicher Freude die Jugendboote, wobei immer gemischte Mannschaften unterwegs waren. Am Nachmittag wurde dann gemeinsam die Staumauer des Möhnesees besichtigt. Die interessante Exkursion führte tief ins feucht kalte Innere der Mauer (die zugehörigen Erläute­rungen gab es fast ausschließlich in Englisch). Nach so viel Aktivität und frischer Luft klang der Tag mit dem gemeinsamen Abendessen ruhig aus.

Mittwochmorgen ging es direkt nach dem Frühstück mit den acht Kids des RFCM zum Lörmecketurm. Sehr zum Leidwesen der „armen“ Kinder bzw. Jugendlichen war dies aber mit einem etwa drei Kilometer langen Fußmarsch bis zum Aussichtsturm verbunden. Dafür entschädigte aber der weite Blick vom immerhin 35 m hohen Turm über das schöne Sauerland. Im Anschluss war ein obligatorischer Besuch beim Partnerkreis Hochsauerlandkreis angesagt, wo man vom Kreisdirektor Winfried Stork freundlich empfangen wurde. Nach dem Mittagessen in der Kantine des Kreishauses in Meschede besichtigten oder besser „beging“ man im strömenden Regen die Bobbahn in Winter­berg. Das theoretische Wissen konnten die Kids dann gleich auf der Sommerrodelbahn in die Praxis umsetzen, was sie auch ausgiebig taten. Um 20 Uhr kehrten dann alle in die Jugendherberge zurück.

Der Donnerstag begann mit dem gemeinsamen Segeln, wobei schon eifrig für die Regatta geübt wurde. Die Boots­besatzungen wurden wieder „international“ gemischt. Nach dem leckeren Mittagessen wurden bereits die ersten Regat­taläufe durchgeführt.

Abends wurde dann die Kegelbahn der Jugendherberge von den teilnehmenden Jugendlichen intensiv genutzt. Die Mannschaften waren wieder bunt gemischt, lediglich die Teamchefs waren jeweils ein schottischer und ein deutscher Jugendlicher. Nach einem an Spannung kaum zu überbie­tenden „Kegelkrimi“ ging der Mannschaftssieg denkbar knapp an die Gruppe unter dem schottischen „Chief“. Damit durften die schottischen Segler den Pokal mit auf die Insel nehmen. Aber der wird im kommenden Jahr an die Möhne zurückgeholt, da ist sich die ganz knapp unterlegene Mann­schaft sicher. Nicht alle Jugendlichen konnten oder wollten sich nach dem Kegeln von den Schotten trennen. David und Michael sind gleich über Nacht in der Jugendherberge geblieben.

Am Freitagmorgen dann sehr lange Gesichter! Der Möhnesee lag spiegelblank da, kein bisschen Wind, absolut Null! Gut, dass die ersten Regattaläufe bereits am Vortag stattgefunden hatten. Ein paar ganz Unentwegte ließen sich trotzdem nicht davon abhalten, mit einigen Booten auf den See zu gehen. Aber es war ein trauriges „Dahindümpeln“. Glücklicherweise kam gegen Mittag ein klein wenig Wind auf, so dass die Boote sich doch noch leicht bewegten.

Vor der Siegerehrung am Nachmittag mussten einige Eltern und Betreuer unter Beweis stellen, dass auch sie schwierige Aufgaben rund um das Segeln beherrschten. Hierzu wurden zwei Mannschaften gebildet, die im Wettkampf zunächst eine liebliche Prinzessin befreien, dann die Kinder an den Steg zurückholen und sich schließlich im Tauziehen erproben mussten. Hört sich alles einfach an, aber um die Prinzessin aus ihrem Boot zu befreien, musste man zunächst über drei aneinandergebundene Surfbretter zu ihr gelangen! Auch das Tauziehen fand an einer Stelle im Möhnesee statt, wo keiner mehr Kontakt zum Grund hatte! „Mich erinnerte das alles sehr an die Sendung „Spiel ohne Grenzen“. Zu mindest bekamen wir anschließend alle Duschmarken, um uns wieder aufzuwärmen“, erinnert sich Jugendwart Reinhard Bartsch.

Bei der feierlichen Siegerehrung im Beisein von Vertretern der Vorstände beider teilnehmender Segelclubs ging keiner leer aus! Jeder erhielt eine Medaille und noch diverse gesponserte Geschenke wie Taschenlampen oder USB-­Sticks. Der Abend klang mit dem gemeinsamen Grillen aus.

Am letzten Tag nahmen die Schotten und die Jugendlichen des RFCM gemeinsam an der Sommerregatta des SMS teil. Aufgrund der erfreulich hohen Teilnehmerzahl an der Regatta einigte man sich schnell, dass die Jugendlichen separat gewertet werden sollten, sprich dass zeitversetzte Starts durchgeführt wurden. Der erste Lauf startete um 11.30 Uhr. Eine halbe Stunde nachdem das letzte Boot die Zielmarke passiert hatte, folgte der zweite spannende Regattalauf. In Siegerlaune stärkten sich dann alle am leckeren Grillgut, und die Kids konnten sich auf dem schönen Gelände des SMS austoben.

Bei der Siegerehrung gab es wieder für jeden Teilnehmer eine Medaille. Nach einem leicht sentimentalen Rückblick auf die sehr gelungene Woche ließen es sich die Gastgeber nicht nehmen, auch George und Chris ein paar Spezialitäten aus der Region mit auf den Weg zu geben. Hierbei darf vor allem das „Chris­water“ nicht vergessen werden, eine neue Bezeichnung für ein allseits beliebtes deutsches Hopfengetränk, für das sich Kameramann Chris besonders erwärmt hatte!

Anschließend feierten alle bis tief in die Nacht die Regatta, den erfolgreichen Jugendaustausch, die vielen neuen positiven Eindrücke und vor allem die sich entwickelnden Freund­schaften unter den Kindern, Jugendlichen und Betreuern beider Länder.

Fazit für die Seglergemeinschaft: Eine rundherum gelungene fröhliche und spannende Woche, in der ganz sicher viele Vorurteile ab­ und Freundschaften aufgebaut wurden. Aus anfänglicher Skepsis wurde Begeisterung! Seit dem ersten Besuch 2009 fndet jedes Jahr wechselseitig ein Besuch statt.


Charity Run von West Lothian zum Hochsauerlandkreis

von Astrid Schürmann / Sue Cook

Im Mai 2011 fuhren fünf Radfahrer aus West Lothian von Livingston (West Lothian) nach Meschede (Hochsauerland­kreis). Die Radfahrer waren alle normale Leute aus den unterschiedlichsten Gesellschaftsschichten: Der ehemalige Chief Executive aus dem West Lothian Council Alex Linkston, Frank Anderson, ein Lokalpolitiker, David Brice, der Besitzer der Cupcake Cafe bar – eines bekannten Cafés mit Torten­-Dekorierschule – mit der lokalen Berühmtheit Paul Brad­ford. Dann Adrian Brady, Direktor eines Multimillionen­-Pfund­-Personaldienstleistungsunternehmens, Sue Cook, lokale Friedensrichterin und Ann Margaret Watson, die im Büro des lokalen Ministers aus dem Schottischen Parlament arbeitet. Und ein sehr wichtiger Teil unseres Teams war Gordon Connolly, der den Van und unser Gepäck fuhr!

Wir wollten die 700­-km­-Tour bis in den Partnerkreis von West Lothian machen. Unsere Reise begann in Livingston und wir brauchten eine Woche bis nach Meschede. Wir fuh­ren von Livingston nach Newcastle, wo wir die Fähre nach Ijmuiden in Amsterdam nahmen. Von Amsterdam fuhren wir nach Amhem, Xanten, Duisburg, Dortmund, Hamm und schließlich Meschede. Von Duisburg aus folgten wir dem Ruhrtal­Radweg an der Ruhr und wir liebten die Strecke. An einem Tag, auf dem Weg von Xanten nach Duisburg, haben wir uns verirrt, und ein wunderbarer deutscher Rad­fahrer namens Alfe schloss sich uns an und führte uns über eine viel längere, aber bildschöne Strecke nach Duisburg! Die deutschen Radfahrer waren alle so freundlich und haben unseren Ausfug unvergesslich gemacht.

In Fröndenberg wurden wir von Wolfgang Meier, einem Mitarbeiter der Kreisverwaltung HSK, empfangen, der uns auf dem letzten Stück begleitete. Der Vorsitzende der Part­nerschaftsvereinigung West Lothian – Hochsauerlandkreis, Erhard Schäfer, ließ es sich ebenfalls nicht nehmen, unsere Gruppe ein Stück des Weges zu begleiten.

Am Kreishaus angekommen und voller Begeisterung für den Ruhrtalradweg, beschlossen wir den Charity Run am nächsten Tag fortzusetzen, um auch noch die letzte Etappe des Weges bis nach Winterberg zu meistern. Wolfgang Meier schloss sich unserer Radgruppe an und begleitete uns nach Winterberg.

Am Samstagabend – zurück aus Winterberg – wurden wir bei einem kleinen Empfang aufs herzlichste vom stell­vertretenden Landrat Dr. Michael Schult begrüßt. Am Sonntagmittag ging es nach einem kurzen Besuch am Möhnesee zurück nach Schottland.

Wir haben Geld für 4 gemeinnützige Organisationen gesam­melt. Die ersten beiden sind nationale Organisationen und Teil der Prince Charles Charity, die er unterstützt: Der Princes Scottish Yough Business Trust, der junge Menschen zwischen 18 und 25 Jahren mit Startgeld für ein eigenes Unternehmen unterstützt, und Princes Trust, der jungen benachteiligten Menschen hilft. Die zwei lokalen Organisa­tionen waren River Kids, eine Organisation für Kinder in West Lothian, und Open Doors, die Obdachlosen hilft. Die meisten Schulen in West Lothian waren auch an der Spenden­aktion beteiligt. Sie konnten uns über unsere Website folgen und mit Hilfe von Google Earth unseren genauen Standort bestimmen.


Jedes Bild erzählt eine Geschichte – Teil 1

von Liz Liddell

Seit Beginn der Partnerschaft wurden tausende von Fotos von den vielen Besuchen der Gruppen aus dem Hochsauerland und West Lothian gemacht… zu viele, um sie in diese Broschüre aufzunehmen. Hier ist eine Auswahl der vielen Fotografen, die in den letzten 40 Jahren aufgenommen wurden. Von der Unterzeichnung der Partnerschafts­urkunde 1972 bis zu einigen Meilensteinen wie Barbecues, Ausfügen zu Sehenswürdigkeiten, Überreichen von Geschenken, Treffen von Freunden. Gute Erinnerungen an lächelnde Freunde und Kollegen, von denen einige leider nicht mehr unter uns weilen. Lassen wir die Fotos die Geschichte erzählen.


Freundschaft ohne Grenzen

von Astrid Schürmann

“Here we go again” – das war über lange Jahre das Motto der Partnerschaft der Linlithgow Academy und des Musik­schulchores aus Arnsberg. Insgesamt fünf Mal in den ’80er und ’90er Jahren fuhren die jungen sauerländer Choristen zu ihren Gastfamilien ins schottische West Lothian.

In den Familien der Schülerinnen und Schüler der Linlith­gow Academy lernten sie nicht nur den Alltag in der Gast­familie kennen, sondern auch die besondere Herzlichkeit und Gastfreundschaft zu schätzen.

Jugendchor Arnsberg unter der Leitung von Musikdirektor Gerd Schüttler on Tour 1995.

Jugendchor Arnsberg unter der Leitung von Musikdirektor Gerd Schüttler on Tour 1995.

Unter welchen Voraussetzungen die Besuche und Gegen­besuche in Deutschland vorbereitet, Reiseabläufe koordi­niert und auch die Konzerte des Chores in der St. Michaels Church, Linlithgow und in Edinburgh geplant wurden, sind heute kaum vorstellbar: Keine Emails, kein Mobiltelefon, kein Laptop, sondern Telefonzelle, Briefe und Fotoapparat mit Blitzwürfel. Der hervorragenden Organisation von Maureen Rohde in Linlithgow und Rosemarie Schüttler in Amsberg ist es nicht zuletzt zu verdanken, dass die Besuche bei allen auch jetzt, nach so vielen Jahren, in so lebhafter und positiver Erinnerung sind.

Die zahlreichen Konzerte des Arnsberger Chores, unter der Leitung seines Gründers Gerd Schüttler, sind in Schottland noch in bester Erinnerung und waren stets ein Höhepunkt dieser Konzertreisen. So wussten die Sängerinnen und Sänger in der vollbesetzten, weltberühmten St. Giles Cathedral an der Royal Mile in der schottischen Hauptstadt Edinburgh zu begeistern. Mit Werken von Mozart, Schubert und des Arnsberger Komponisten Gustav Biener wurde der Chor als Botschafter für das Sauerland und auch für Musik und Gesang wahrgenommen. Mit Enthusiasmus und Freude, großartige Musik zu proben und aufzuführen, war stets Anspruch des Chores.

Über Hunderte von Kilometern trennen das Sauerland von West Lothian – eine fremde Sprache, ein fremdes Land. Alle Konzertreisen (82, 83, 87, 91 und 1995) sind wegen der tollen Auftritte, der schottischen Landschaft und natürlich auch wegen der Freundlichkeit, Großzügigkeit und bemerkens­werten Gelassenheit der schottischen Gastfamilien positiv präsent. Auf dem deutsch­schottischen Abschiedsabend der ersten Konzertreise hatte Musikdirektor Gerd Schüttler die Hoffnung, „dieser Freundschaftsgedanke möge Wurzeln schlagen und Früchte tragen noch und noch …“. Den Beweis, dass diese völkerverbindende Idee seit dieser Zeit mit Besuchen und Gegenbesuchen für viele Arnsberger immer noch Früchte trägt und viele Freundschaften über die Grenzen hinweg noch Bestand haben, dokumentieren die zahlreichen Kontakte und regelmäßiger Besuche – bis heute – über den Ärmelkanal hinweg!


Jedes Bild erzählt eine Geschichte – Teil 2

von Wilfried Gundel / Astrid Schürmann